Wusstet Ihr schon, dass… der erste Computer nur aus Faulheit entstanden ist?

F. Sinner hat gepostet

Ein Großteil der Bevölkerung hat die Vorteile eines Computers erkannt und setzt darauf. Egal ob privat oder im Beruf – ein Alltag ohne Computer ist im Jahre 2019 eigentlich unvorstellbar. Und mittlerweile nutzen wir längst nicht mehr nur die großen Desktop-Rechner, sondern nutzen auch vermehrt Notebooks oder Tablets. Und selbst Smartphones sind kleine Taschencomputer, die einiges auf dem Kasten haben. Jetzt mal Hand aufs Herz: Könnt ihr euch tatsächlich noch ein Leben ohne Rechner vorstellen? Wohl eher kaum. Und trotzdem gab es eine Zeit, in der die Menschen das mussten. Verrückt, wenn man mal bedenkt, wie ein Alltag wohl ohne Computer aussehen würde. Wisst ihr was noch verrückter ist? Eine Zeitreise ins Jahr 1941. In diesem Jahr überzog der bis dato größte Krieg der Menschheitsgeschichte unseren Planeten.  Allerdings ist im selben Jahr noch etwas anderes passiert: Der allererste Computer erblickte das Licht der Welt. In Deutschland!  Wir nehmen euch mit auf eine Zeitreise.

Konrad Zuse revolutioniert unbemerkt die Welt

Der 12. Mai 1941 ist vermutlich als einer der wichtigsten Daten in die heutige Computergeschichte eingegangen. Denn an diesem Tag, ein Montag war das, stellte der Hobbypionier Konrad Zuse seinen ersten Computer einer Handvoll Wissenschaftlern vor – in einer kleinen Hinterhofwerkstatt wohlgemerkt. Obwohl technisch revolutionär, hatte das damalige Gerät nichts mit den uns bekannten Rechnern gemein.

Für den Zuse Z3 wäre es in einer Notebook-Tasche recht schnell eng geworden. (Bildquelle: 360b/Shutterstock.com)

Der Z3, wie Zuse ihn nannte, wog etwa eine Tonne und hatte den eher weniger schicken Formfaktor eines klobigen Wandschranks. Das Gerät errechnete eine Multiplikation innerhalb von drei Sekunden und die Speicherkapazität umfasste sensationelle 64 Wörter. In den heutigen Zeiten von Giga- oder gar Terabyte sind 64 Wörter eine wirklich verrückte Zahl. Aufgrund des andauernden Krieges wurde die Z3-Enthüllung aber bestenfalls zurückhaltend aufgenommen, der große Durchbruch gelang damit nicht. Zudem wurde der allererste Z3 1945 während eines Bombardements der Alliierten zerstört.

Die Prototypen waren echte Kuriositäten

Bevor Zuse den Z3 vorstellte, tüftelte er bereits an zwei Vorgängerversionen herum, die beide im Wohnzimmer der Eltern angefertigt wurden. Der erste Prototyp, vielleicht wenig überraschend Z1 getauft, war dabei ein kurioses Bildnis, bestehend aus über 30.000 gestapelten Blechscheiben. Diese hielten sich gegenseitig mit Metallstiften zusammen und gaben vermutlich ein ziemlich untypisches Bild ab.

Beim Z1 hätte vermutlich niemand direkt an einen alten Computer-Prototypen gedacht. (Bildquelle: 360b/Shutterstock.com)

Den zweiten Prototypen, den Z2, stattete er dann erstmals mit einer elektromechanischen Relaistechnik aus – ein echter technischer Meilenstein auf dem Gebiet und die erste richtige Annäherung zu einem Computer, wie wir ihn heute kennen. All diese Konzepte übertrug er dann zusammen mit weiteren Verbesserungen in das finale Produkt, den Z3.

Der erste Computer entstand tatsächlich aus Faulheit

Man muss natürlich sich vor Augen halten, in welcher Zeit das Gerät entstand. In den frühen 30er/40er-Jahren musste tatsächlich alles selbst ausgeführt werden – da gab es logischerweise noch keine Automatismen, die einem die Arbeit oder das Denken abgenommen haben. So ähnlich dachte vermutlich auch Konrad Zuse, als er auf die Idee kam, sein Leben mit Hilfe eines einzigartigen Geräts zu vereinfachen. Er wäre zu faul zum selbst rechnen, hat er damals gesagt, als ihn die monotone Arbeit als Ingenieur bei einem Berliner Flugzeugwerk langweilte. Und so einfach entstand der erste Computer des Planeten. Ein paar der Pioniergeräte kann man heute übrigens nach wie vor bestaunen: Den Z3 sowie den direkten Nachfolger Z4 kann man im Deutschen Museum in München vorfinden – und zumindest für einen kurzen Augenblick in die Vergangenheit reisen, in der der rasante Aufstieg unseres täglichen Lieblingsgeräts so unauffällig begonnen hat.

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