USB Typ-C – die universelle Vielseitigkeit der Zukunft

F. Sinner hat gepostet

Wer kennt das Problem nicht? Man ist auf der Suche nach dem Smartphone-Ladekabel, findet aber typischerweise die Ladestecker für das Tablet oder das Notebook – und diese funktionieren natürlich nicht mit dem mobilen Telefon. Diese Momente nerven nicht nur enorm, sondern müssen eigentlich auch überhaupt nicht sein. Die Antwort auf den alltäglichen Kabelsalat ist der neue Star am Tech-Himmel und hört auf den unscheinbaren Namen USB Typ-C.  Die Vorteile, die der Nutzer dadurch erhält, sind immens und äußerst vielseitig.

Einer für alle und alle für einen

Der USB TYP-C Anschluss ist speziell dafür entwickelt worden, um als universelles Bindeglied zwischen einer Vielzahl an Produkten zu funktionieren. Bedeutet also: Alle Geräte mit diesem Anschluss benötigen nur noch ein einziges Kabel. So kann beispielsweise das Notebook problemlos mit dem Smartphone-Ladekabel aufgeladen werden – in der Theorie ganz einfach und vor allem superkomfortabel.

Der neue USB TYP-C Stecker unterscheidet sich visuell durchaus von den Vorgängern

Dennoch sollte bedacht werden, dass zwar Kabel problemlos untereinander passen, das Netzteil für ein Smartphone aber weniger Energie liefert, als das Netzteil für ein Notebook. Man benötigt also trotz des universellen Kabels für unterschiedliche Gerätekategorien auch unterschiedliche Netzteile.  Aktuell springen allerdings immer mehr Hersteller auf den Zug auf und mittlerweile setzen immer mehr Geräte auf solch einen Anschluss. Und ein großer Vorteil bleibt weiterhin bestehen: Es ist besser ein kleines Steckdosennetzteil mit sich zu führen, als ein klobiges Ladekabel der älteren Generation.

Viel schlanker geht’s nicht

Ein USB Typ-C Anschluss ist unglaublich kompakt und nimmt daher wesentlich weniger Platz weg, als ältere Anschlüsse. Das Ergebnis ist ein dünnes und platzsparendes Kabel mit einem kleinen im Stromstecker versteckten Netzteil, das in jede Hosentasche passt. Er ist zudem von oben wie unten gleich geformt und passt daher von der einen, wie auch von der anderen Anschlussseite. Das lästige Suchen nach der passenden USB-Seite ist damit ebenfalls Geschichte und macht das Anstöpseln der Geräte nun zu einem blitzschnellen Vergnügen.

Volle Akku-Power in Rekordzeit

Ältere Smartphones oder Tablets wurden für viele Jahre mit dem immer noch bekannten Micro-USB-Anschluss geladen. Hier betrug die maximale Leistungsaufnahme 7,5 Watt – das Resultat waren Ladezeiten, die bis zum vollen Akku schonmal drei oder vier Stunden dauern konnten. USB C unterstützt nun die Power Delivery Funktion (USB-PD). Damit steckt im Stecker ein eigener Chip, der die Ladespannung und den Ladestrom des Endgeräts automatisch anpasst. Dank der Power Delivery ist der Betrieb von E-Book-Readern bis hin zu professionellen Workstations in Kombination mit dem Kabel möglich. Hinzu gesellt sich eine spürbar kürzere Ladezeit. Die bei vielen Herstellern dank USB C neu integrierte Schnellladefunktion lädt Geräte etwa in Windeseile um bis zu 80 Prozent auf (danach verlangsamt sich die Ladegeschwindigkeit um einer Überhitzung vorzubeugen). Außerdem wurde es so möglich, selbst Notebooks mit dem Kabel laden zu können und die längst überholten Charging-Optionen einzumotten, die bisher genutzt wurden.

Blitzschnell von A nach B

Geschwindigkeit wird bei der neuen Anschlussoption ganz großgeschrieben, denn USB C unterstützt mit dem USB 3.1 Datenübertragungs-Protokoll die derzeit modernste Technologie. Damit wird die benötigte Zeit des Datenkopierens drastisch reduziert, denn die neue Technik ist nicht nur weitaus schneller als USB 2.0, sondern lässt auch den bisherigen USB 3.0 Standard weit hinter sich. Mit USB C sind nun Datenübertragungen möglich, die theoretisch an Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s heranreichen. Dabei sollte man allerdings beachten, dass der neue USB 3.1 Standard exklusiv mit dem Übertragungsmodus „SuperSpeedPlus“ (USB 3.1 Gen 2) die theoretischen Höchstwerte von bis zu 10 Gbit/s erreichen kann. USB C Kabel, die USB 3.1 ohne den „SuperSpeedPlus“-Modus (USB 3.1 Gen 1) unterstützen, erreichen nur eine Geschwindigkeit von bis zu 5 Gbit/s – und sind in Wirklichkeit eigentlich normale USB 3.0 Verbindungen, die anders betitelt wurden. Übrigens: Wer die Krönung des extraschnellen Datentransfers möchte, der schaut sich nach einem USB C Stecker mit Thunderbolt 3 Unterstützung um, denn damit ist ein Speed von bis zu 20 Gbit/s möglich – mehr geht derzeit nicht.

Die Geheimwaffe für jeden Moment

Die alten, allseits bekannten Micro-USB-Anschlüsse hatten zwei simple Zwecke: Geräte laden und Daten von einem Gerät zum anderen kopieren. Mit USB Typ-C ändert sich das allerdings gewaltig. Denn der neue Standard kann weitaus mehr und kann als Anschluss für externe Hardware (Festplatten, Tastaturen etc.) dienen oder Fernseher und Monitore mit dem Endgerät verbinden. All die Funktionen kommen noch oben auf das ohnehin schnellere Laden oder das beschleunigte Kopieren von Dateien drauf. So lohnt sich die Nutzung gleich doppelt.

Nachteile sind keine Spielverderber

Nach all den aufgezählten Vorteilen stellen sich viele jetzt die Frage, welche Nachteile solch eine neue Technik wohl mit sich bringt. Nun, wir können erfreut feststellen, dass die Nachteile sich stark in Grenzen halten und nur wenige Auswirkungen auf den Alltag haben. Zu aller erst sei gesagt, dass auf technischer Ebene keinerlei Nachteile zu erwarten sind. Die Technik ist mittlerweile komplett ausgereift und wartet mit keinerlei Kinderkrankheiten oder Ungereimtheiten auf. Alles funktioniert exakt so, wie es soll.

Die Abwegung der Vor- und Nachteile ist bei neuer Technik nicht zu unterschätzen

Die Liste der Nachteile ist dabei ganz kurz erklärt: Einzig die (noch nicht) übergreifende Kompatibilität könnte als Nachteile angeführt werden. USB C ist nicht abwärtskompatibel, deshalb wird zwingend ein USB Typ-C Kabel benötigt. Kurz das ältere Kabel des Arbeitskollegen zum Laden nutzen? Ist leider nicht drin. Allerdings muss auch ebenso gesagt werden, dass die Zahl der kompatiblen Geräte von Jahr zu Jahr zu nimmt. Neue Geräte unterstützen eigentlich ausnahmslos den neuen Standard −  von daher kann hier allerhöchstens noch von einem temporären Nachteil gesprochen werden, der sich relativ bald in Luft auflösen sollte. Weiterhin sollte man die Geschichte mit den Netzteilen im Hinterkopf behalten. Ein Notebook und ein Smartphone benötigen unterschiedliche Netzteile –dennoch spart man mit USB C viel Platz und unnötigen Ballast.


Werden die Vorteile den Nachteilen gegenübergestellt, dann kristallisiert sich doch recht schnell heraus, was auch eine Vielzahl der Gerätehersteller längst entdeckt haben: Universelle Vielseitigkeit ist die Zukunft.

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