SSD-Speicher – der Performance-König unter den Speichermedien

F. Sinner hat gepostet

Vor ein paar Jahren noch eine teure und exotische Begleiterscheinung, mittlerweile im Alltag angekommen: SSD-Speicher (= Solid State Drives) sind schon längst kein unbezahlbarer Geheimtipp mehr. Dabei bringen diese Module unschätzbare Vorteile und nur wenige SSD-Nutzer wollen je wieder in eine Welt ohne Solid State Drives zurück. Warum es empfehlenswert ist, sich unbedingt selbst so einen kleinen Begleiter zuzulegen, erklären wir in den nächsten Abschnitten. Um eines vorwegzunehmen: Die praktischen Vorteile sind im Alltag unübersehbar.

Was ist der Unterschied von einer SSD zu einer üblichen Festplatte?

Ein Solid State Drive ist ein fest verbauter Flash-Speicher und unterscheidet sich daher deutlich von einer normalen Festplatte (HDD), die für den Speichervorgang rotieren muss. Allerdings gibt es in der heutigen Zeit auch viele sogenannte Hybridlaufwerke, die die Vorteile einer SSD mit der großen Speichermenge einer normalen Festplatte (HDD) vereinen.

Der Unterschied ist gewaltig: 2,5 Zoll SSD (links vorne in grau), M.2 SSD (links vorne in grün) und 3,5 Zoll Standard-Festplatte (rechts vorne).

Das erste Solid State Drive wurde bereits in den früher 1950er-Jahren entwickelt, kam aufgrund des damaligen horrend hohen Preises aber nur in vereinzelten Supercomputer, beispielsweise , zum Einsatz. In den früher 90ern kam erstmals ein flash-basierter SSD-Speicher auf den Konsumentenmarkt, doch der Preis von 1000 US-Dollar für schmale 20 MB war vielen Endkunden (wenig überraschend) dann doch ein wenig zu hoch. Erst vor etwa zehn Jahren fielen die Preise von SSD-Speichern auf ein bezahlbares Maß und konnten langsam aber sicher das Verbraucherinteresse wecken. Seitdem nimmt der Vormarsch langsam Gestalt an und viele Produkte werden sogar direkt ab Werk mit Solid State Drives ausgestattet.

Welche Vorteile habe ich durch eine SSD?

Eine SSD bringt viele Vorteile mit sich, die eine HDD (= Hard Drive Disc) bauartbedingt nicht bieten kann. Eine Solid State Drive besteht aus einem Flash-Speicher und ist daher wesentlich geräuscharmer und robuster, da er keinerlei beweglichen Teile mitbringt – und eignet sich daher perfekt für Geräte, die oft für mobile Arbeitszwecke genutzt werden. Bei einer handelsüblichen Festplatte werden die Daten auf eine sich rotierende Scheibe kopiert und diese ist dadurch speziell bei Gerätebewegungen im klaren Nachteil und neigt daher auch eher zu Beschädigungen.

Als Hauptargument wird von vielen Nutzern der Geschwindigkeitsunterschied hervorgehoben, die durchaus extrem sind: Eine SSD bietet Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 3500 mb/s (mit NVMe über PCI Express), während normale Festplatten Daten nur mit bis zu 300 mb/s (bei 10.000 Umdrehungen pro Minute über SATA) übertragen können – das macht den Flashspeicher massiv schneller, als die HDD. Hinzu gesellt sich ein weiterer Vorteil beim Stromverbrauch, da Solid State Drives nur ein Drittel des Stroms benötigen und daher in mobilen Geräten den Akku schonen. Und außerdem sind SSD-Speicher im M.2 Format kleiner, als die älteren Festplatten und sorgen für leichtere Geräte, die gleichzeitig mit einer wesentlich geringeren Hitzeentwicklung sowie geringerer Lautstärke arbeiten können.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil: Der Einbau von Solid State Drives ist absolut unkompliziert.

Abschließend sei gesagt, dass Solid State Drives zudem eine weitaus höhere Lebensdauer, als ihre mechanischen Gegenstücke haben und daher länger genutzt werden können. Die Begründung dafür ist recht einfach: Wer weniger Teile verbaut hat, die sich zusätzlich nicht bewegen müssen, der minimiert logischerweise potentielle Fehlerquellen.

Welche Nachteile habe ich durch eine SSD?

Obwohl Solid State Drives viele Vorteile für den Alltag bieten, so sind sie doch nicht ganz perfekt. Ein ganz wichtiges Credo bei der Nutzung einer SSD ist eine routinierte Datensicherung, denn mit dieser streichen Sie direkt den größten Kritikpunkt an der noch recht neuen Technologie: Die erhöhte Fehleranfälligkeit bei unvorhergesehen Stromausfällen. In diesen Momenten kann es durchaus passieren, dass die SSD Daten verliert oder in schlimmen Fällen sogar ganz den Geist aufgibt. Sicherlich das Worst Case Szenario, aber durchaus möglich. Zusätzlich ist eine professionelle Datenwiederherstellung einer SSD unglaublich zeitaufwendig und kostenintensiv und sollte daher nur in den wichtigsten Fällen durchgeführt werden – oder ganz vermieden werden.

Auch der Preis spielt bei vielen Käufern noch eine Rolle, obwohl sich die Kosten einer SSD in den letzten Jahren doch stark reduziert haben. Dennoch werden für 500 GB SSD-Speicher immer noch über 100 Euro fällig (Stand Juni 2018). Bei dem Preis würden wir uns bei den altbekannten Festplatten bereits im Terabyte-Bereich befinden und zumindest weit mehr rohen Speicher fürs Geld bekommen. Aufgrund des hohen Preisunterschieds lohnt es sich daher, einen SSD-Speicher als Ergänzung zur normalen Festplatte zu nutzen. Einfach das Betriebssystem und besonders rechenintensive Programme auf die SSD installieren und den Rest wo anders abspeichern – und dadurch bares Geld sparen und dennoch alle Vorteile genießen.

Als Totschlagargument führen viele Kritiker nach wie vor die Wiederbeschreibbarkeit ins Felde. Das Argument: Solid State Drives geben nach einer gewissen Anzahl an Wiederbeschreibungen den Geist auf oder verlieren massiv an Geschwindigkeit. In der Theorie mag das stimmen, in der Praxis wird davon allerdings niemand jemals etwas mitbekommen. Die Technik ist mittlerweile so weit, dass dieser Aspekt nicht mehr wirklich ins Gewicht fällt – der SSD-Speicher müsste Hunderttausende Male überschrieben werden (wir reden hier von mehreren Jahrzehnten), bis erste Performance-Einbußen festgestellt werden könnten.

Was muss ich beim Kauf eines SSD-Speichers beachten?

Grundsätzlich muss vor dem Kauf nur darauf geachtet werden, welche Anschlüsse im Notebook oder Desktop-PC vorhanden sind. Vor allem bei vielen Standrechnern ist der klassische SATA-Anschluss noch weit verbreitet. Doch mittlerweile, und vor allem bei mobilen Geräten, ist der M.2 Anschluss immer häufiger anzutreffen, da dieser deutliche Platzvorteile bietet und kompaktere Geräte ermöglicht. Es ist aber wichtig zu wissen, dass der M.2 Anschluss weiterhin SATA-SSDs unterstützt – er ist daher vielseitiger und eröffnet den ein oder anderen Prozentpunkt mehr bei der Übertragungsgeschwindigkeit. Weiterhin gibt es natürlich auch externe SSD-Flashspeicher, die mit USB-C-Kabeln extern mit anderen Geräten verbunden werden.

Ein Tipp zum Abschluss: Wer sich noch mehr über den neuen M.2 Anschluss informieren möchte, der findet hier einen Einbauguide für kompatible TREKSTORE-Geräte und hier noch mehr Technikdetails.

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