Hochgefährliche Bedrohung im Internet – die Fallakte „Scam“

F. Sinner hat gepostet

Der Computer ist schon was Feines: Anmachen, ab ins Internet und die viralen Weiten voll auskosten. Shoppen, Streamen, Mails checken, Soziale Netzwerke und noch so viel mehr. All das, dank den modernen Hilfen des 21. Jahrhunderts. Toll, oder? All die Vorteile, griffbereit für Jedermann. Aber so groß die Vorteile auch sein mögen, habt Ihr euch schonmal über die Schattenseiten der Computernutzung Gedanken gemacht? Was mit den Daten passiert, die Ihr auf einer Vielzahl von Webseiten hinterlegt habt? Was damit möglicherweise für ein Schindluder getrieben wird? Klarer Fakt ist: In der heutigen Zeit geschehen Tausende Straftaten mit Hilfe der Anonymität des Internets. So oft sind diese Betrugsmaschen so genial kaschiert, dass selbst erfahrene Internetnutzer noch darauf hereinfallen. Und wenn wir über solche Gefahren sprechen, dann muss der Begriff „Scam“ fallen, eine der häufigsten Straftaten im Internet. Eine hinterlistige Masche, um ahnungslosen Web-Surfern das Geld aber mal so richtig aus der Tasche zu ziehen. Was es damit auf sich hat, erfahrt Ihr in den folgenden Zeilen.

Was ist ein Scam?

Der Scam (= Betrug) ist ein recht häufig auftauchendes Phänomen, welches in Kombination mit der Computer- und sehr häufig natürlich auch mit der Internetnutzung einhergeht. Dabei gibt sich der Scam als etwas Offizielles aus (Anruf, Mail, Link) und möchte gerne bestätigt werden – im optimalsten Falle sogar noch inklusive der Angabe sensibler Daten. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und sage, dass 90 Prozent aller PC-Nutzer bewusst oder unbewusst bisher mit einem Scam in Kontakt gekommen sind.

Der Scam ist die am häufigsten gemeldete Straftat im Internet.

Wenn danach nichts passierte, dann gut, Glück gehabt. Doch wenn das Worst Case Szenario tatsächlich eintreffen sollte kann es nicht nur teuer werden, sondern gar bis zum finanziellen Ruin reichen. Wie gesagt: Je nachdem wie viel Glück man in dieser Situation hat. Klingt im erste Augenblick schlimm? Ja, das kann es auch durchaus werden. Das fiese an der Geschichte ist, dass Ihr nur selten einen richtig gut gemachten Scam erkennt. Und genau an der Stelle werden viele abwinken und sich denken, ihm würde so etwas nicht passieren. Doch täuscht euch da mal nicht. Das passiert schneller als man schauen kann, unter Garantie!

Welche bekannten Scam-Beispiele gibt es?

In den letzten Jahren haben es eine Vielzahl origineller Scams sogar bis in die 20-Uhr-Nachrichten gebracht. Und einer war genialer, als der andere. Wir haben euch mal ein paar Beispiele herausgesucht, um euch die unterschiedlichsten Abzockmaschen aufzuzeigen, die in der Vergangenheit vielen Menschen einen großen finanziellen Schaden zugefügt haben. Aber seid vorsichtig, denn es gibt noch eine Vielzahl anderer Scam-Möglichkeiten!

Der Microsoft-Anruf

Vor nicht allzu langer Zeit klingelten Deutschlandweit die Hörer. Am Apparat: Ein angeblicher Microsoft-Mitarbeiter vom Kundenservice. Der Grund: Microsoft hätte durch ein Analyse-Tool herausgefunden, dass sich aufm dem Rechner des Opfers ein böser Virus befindet. Durch ein zugeschicktes Software-Update würde man diesen löschen. Das Problem: Der Rechner hatte einen Virus, nachdem das Analyse-Tool ausgeführt wurde – durch die Nutzung hat sich ein Trojaner installiert, der die Türen für die Betrüger öffnete. Unser Tipp an euch: Glaubt nicht an Anrufe von Unternehmen, die euch am Telefon etwas kaufen, installieren oder gewinnen lassen wollen. Erst recht nicht von riesigen Unternehmen wie Microsoft, denn die benachrichtigen euch per Mail und ganz sicherlich nicht per Anruf. Grundsätzlich solltet Ihr ohnehin nie eure persönlichen Daten an Unbekannte weitergeben – eine Regel, die unbedingt befolgt werden sollte.

Die Amazon-Mail

Gefälschte Amazon-Mails erreichen Nutzer in erschreckender Regelmäßigkeit. Der Inhalt besagt, dass das Konto geknackt wurde und man dringendst das Passwort über den mitgelieferten Link ändern sollte. Dabei sieht die Mail so original echt aus, dass nicht wenige Menschen auf diesen Trick hineingefallen sind. Das Fazit: Die Gauner hatten die echten Zugangsdaten (weil das alte Passwort angegeben werden sollte, um das neue ändern zu können) und konnten sich nun in das Konto des Opfers einloggen. Die angepriesene Passwortänderung fand natürlich nie statt. Unser Tipp an euch: Achtet immer auf den Absender der E-Mail. In neun von zehn Fällen werden Mail-Scams schon direkt an der genutzten Mail-Adresse erkannt. Und wenn Ihr doch unsicher sein solltet, ruft bei Amazon direkt an. Die werden euch recht schnell sagen können, ob an der Mail etwas Wahres dran ist

 

So oder so ähnlich sehen die bekannten Scams von Amazon-Betrügern aus (Quelle: Computerbild/Mimikama)

Die unsichtbare URL

Seid Ihr oft in sozialen Netzwerken unterwegs? Nein? Gut, dann habt Ihr hiermit weniger zu tun. An alle anderen sei gesagt, dass Ihr beim eifrigen Link klicken vorsichtig sein solltet. Folgendes Szenario: Ihr habt auf Twitter einen neuen Follower und seht direkt die zuletzt getätigten Posts. Die weiterleitenden Links sind allerdings alle mit einem Linkverkürzer (z.B. über bitly.com) verändert worden. Ihr seht also nicht, auf welche Seiten euch diese Links führen. Einmal verklickt, landet Ihr im schlechten Fall auf eine verseuchte Seite, die euch Spyware oder andere Viren auf den Rechner bringt und dann geht der Schlamassel los. Unser Tipp an euch: Überprüft den neuen Follower zuerst auf seine Seriosität, um keine voreiligen Fehler zu begehen. Ein kurzer Blick auf die Nutzerhistorie zeigt, ob diese Person normale Absichten verfolgt oder auf kriminelle Machenschaften aus ist.

Der nigerianische Geschäftsmann

Achtung, jetzt wird’s kurios! Nach wie vor erreichen Menschen E-Mails, die eine so unglaubliche Geschichte erzählen, dass offensichtlich viele darauf hineingefallen sind. Ein angeblich reicher Mann aus Nigeria verspricht dem Mail-Empfänger ein saftiges Millionen-Erbe, wenn dieser einige Hundert Dollar spendet, damit der Nigerianer in sein Heimatland zurückkehren kann. Das klingt nicht nur verrückt, sondern ist es auch. Und dennoch war die Masche wohl so erfolgreich, dass dieser Scam auch nach wie vor sehr häufig empfangen wird. Die hohe Erfolgsquote kommt aber nicht von ungefähr: Laut einer von Microsoft erhobenen Studie, sind Betrüger erfolgreicher, je hanebüchener die Story ist. Unser Tipp an euch: Glaubt nicht alles, was da bei euch im Mail-Postfach landet. Und achtet zudem auf die Rechtschreibung, denn meistens sind solche Scams in einem stark fehlerbehafteten Deutsch oder Englisch verfasst. Seid also immer auf der Hut und entfesselt den schlummernden Grammatiklehrer in euch.

Was kann ich gegen Scams tun?

Zu Beginn sei gesagt, dass es nicht verhindert werden kann, einen Scam zu erhalten. Allerdings was danach geschieht, liegt ganz allein in eurer Hand. Oberste Priorität hat es, einen potentiellen Scam zu erkennen und zu entsorgen. Nehmt daher die Tipps zur Hand, die wir euch bereits im Laufe des Textes geschildert haben

 

Im Internet gilt ganz besonders die Regel: Lieber Vorsicht als Nachsicht walten lassen. Betrüger lauern dort überall.

Ansonsten gilt:

  • Trauen Sie keinen imaginären Menschen, denen man noch nie zuvor begegnet ist.
  • Lasst euch zur Not die Identität bestätigen, in welcher Form auch immer.
  • Achtet auf die Seriosität des Angebot. Bei Mails zum Beispiel den Absender checken.
  • Zahlen Sie niemals einen Geldbetrag im Voraus an unbekannte Menschen. Egal wie glaubhaft die angebliche Geschichte auch geschildert worden mag.
  • Wenn eine Geschichte einfach zu gut klingt, sollten erst einmal immer alle Alarmglocken schrillen.
  • Dokumentieren Sie den Mailverlauf bzw. den Konversationsverlauf mit der Person. Im schlimmsten Fall haben Sie so Beweismittel, die bei der Polizei vorgelegt werden können.

Was tun, wenn ich bereits auf einen Scam hineingefallen bin?

Nun, das wünschen wir natürlich niemandem. Sollte dies aber dennoch passiert sein, gilt es Ruhe zu bewahren und besonnen sowie schnell zu handeln. Denn in solch einem Fall könnte jede Minute zählen. Folgende Schritte sollten unbedingt unternommen werden:

  • Ändern Sie alle Daten, die möglicherweise weitergegeben wurden (Passwörter!!)
  • Wechseln Sie die Mailadresse und/oder die Telefonnummer.
  • Überprüfung des Kontos und eventuelle Order an das Geldinstitut für eine vorgegebene Zeit keine Transaktionen auf dubiose Kontos durchzuführen.
  • Direkt jeglichen Kontakt mit dem Betrüger abbrechen, alles andere führt zu nichts.
  • Nicht auf weitere Forderungen oder gar Erpressungen reagieren, denn in neun von zehn Fällen sind dies nichts, als leere Drohungen.
  • Beweise sichern (Screenshots, Mitschnitte etc).
  • Strafantrag bei der Polizei stellen.

Aber Achtung: Sollte bereits ein Geldbetrag an den Betrüger geschickt worden sein, könnt Ihr nicht damit rechnen, jemals auch nur einen Cent davon wiederzusehen. Eine Anzeige gegen unbekannt solltet Ihr dennoch vornehmen, damit die Polizei eine Ermittlungsgrundlage hat und dadurch in Zukunft vielleicht anderen Menschen geholfen werden kann – und das auch, obwohl der eigene Verlust vermutlich nicht wieder zurückgeholt wird.

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