„Hey Cortana!“: Windows 10 trifft auf künstliche Intelligenz

F. Sinner hat gepostet

Künstliche Intelligenzen (KI) sind in der Tech-Branche mittlerweile der ganz große Renner. Egal ob Smartphone, Tablet oder Notebook – die Sprachassistenten springen dem Nutzer auf Wunsch zu Hilfe und stehen mit Rat und Tat zur Seite. Dabei schreitet die Entwicklung der KI mit sagenhaftem Tempo vorwärts und es ist nahezu unmöglich, die Funktionsvielfalt von letztem Jahr mit der aktuellen Gegenwart zu vergleichen. Einer der bekanntesten Sprachassistenten ist dabei Amazons Alexa, über die wir erst vor kurzer Zeit ausführlich berichtet hatten. Aber auch wer Windows 10 auf einem seiner Geräte installiert hat, der wird unweigerlich mit einer KI zu tun haben. Und zwar mit Cortana, die jeden Nutzer mit einer (computergenerischen) Engelszunge nach der PC-Einrichtung begrüßt. Wir wollen Cortana und die spannende Technik dahinter ein bisschen näher vorstellen.

 

Woher kommt der Name Cortana?

Cortana aus dem Videospiel HALO

Master Chief. Covenant. UNSC. Sagt euch alles nichts? Vielleicht verrät das nächste Buzzword mehr über ihre Herkunft: HALO. Das Videospiel von Microsofts Xbox schickte den Supersoldaten „Master Chief“ mit seiner KI-Begleiterin Cortana in bislang vier Teilen in den Kampf gegen außerirdische Horden. Schon im Computerspiel war Cortana eine künstliche Intelligenz, die dem Hauptprotagonisten ihre Stimme unterstützend ins Ohr hauchte. Windows 10 User bekämpfen zwar nicht aggressive Lebewesen aus dem All, könnten aber durchaus eine intelligente Software-Stütze in der Alltagsnutzung benötigen. Das dachte sich wohl auch Microsoft und brachte so ein kleines Stück Weltraum-Epos auf den heimischen Computer.

Cortana, die persönliche Assistentin

Microsoft selbst betitelt Cortana nicht in erster Linie als KI, sondern eher als digitale Assistentin. Der Name impliziert, dass Cortana im Alltag helfen kann – was absolut der Wahrheit entspricht. Die Intelligenz trägt Termine, Notizen und Erinnerungen in den Kalender ein, synchronisiert sich automatisch mit allen kompatiblen Geräten und bietet so geräteübergreifenden Support. Weiterhin kann Cortana an Dinge erinnern, Fragen beantworten, Suchvorschläge liefern oder Zusatzinformationen anzeigen. Die Optionen beim täglichen Gebrauch sind noch weitaus größer, da selbst die kleinsten Dinge von Cortana bereichert werden können.

So schaut die Bedienoberfläche von Cortana auf Windows 10 aus. (Quelle: yougoigo/Shutterstock.com)

Aber am besten, man probiert es selbst aus, weil all die Vorteile schwer zu erklären sind. Man muss sie selbst erleben, um die kleinen Nuancen wertschätzen zu können, die das Leben vereinfachen. Und übrigens: Cortana lernt ständig dazu und wird deshalb immer intelligenter. Als Beispiel: Sie rufen online jeden Tag die gleiche Strecke von zu Hause zur Arbeit auf. Das wird Cortana irgendwann bemerken und Ihnen Optimierungsvorschläge automatisch anbieten – zum Beispiel bei Staus oder bei besser verfügbaren Alternativrouten.

Apps für noch mehr Vielfalt

Die normal implementierten Cortana-Skills können dank diverser angepasster Apps noch um ein Vielfaches erweitert werden. Schaut Ihr oft Netflix? Dann wird es mit Cortana noch entspannter, denn mit Hilfe von Sprachunterstützung können nun Filme und Serien ganz ohne Maus und Tastatur gefunden und abgespielt werden. Auch bei Spotify wird keine Fernbedienung mehr benötigt, denn alles wird mit dem Klang der Stimme gesteuert. Die Fitbit-App lässt so beispielsweise die bislang verzehrte Nahrung oder Getränke in Windeseile eintragen und erspart so minutenlange Tipp-Sessions. Das waren nur ein paar der verfügbaren Möglichkeiten, denn es geht noch weitaus mehr. Man sieht aber ganz schnell, wie lässig die Nutzung der cleveren Sprachassistentin sein kann, wenn sie effektiv umgesetzt wird.

Diese Sprachbefehle sollte man ausprobiert haben

Man kann Cortana Hunderte Dinge fragen und sie wird eine Antwort liefern. Sei es Fragen für die Allgemeinbildung, wichtige Tagesinformationen oder ganz einfach nur dummes Zeug. So oder so, Ihr solltest es unbedingt ausprobieren. Daher die Frage: Habt Ihr folgende Sprachbefehle schon ausgetestet?

  • Wie ist die Wettervorhersage für nächste Woche?
  • Wecke mich in X Minuten!
  • Habe ich am Montag bereits etwas vor?
  • Welcher Song ist das?
  • Rufe meine Mutter an!
  • Möge die Macht mit dir sein!
  • Muss ich heute duschen gehen?
  • Wie macht ein Fuchs?
  • Bist du besser als Siri?
  • Was kann ich Cortana fragen?

Ihr seht, das Spektrum von möglichen Fragen ist breit gefächert. Wir empfehlen besonders die letzte Frage, da die Antwort durchaus hilfreich für eine weitere Nutzung sein kann. Als kleines Tutorial für all die verfügbaren Möglichkeiten. Und wer nicht einfach drauf losfragen möchte, sondern weitere exakte Sprachbefehle wissen möchte, der findet im Netz Hunderte solcher Befehlslisten.

Wie kann ich Cortana aktivieren?

Cortana möchte sich nach der Geräte-Ersteinrichtung eigentlich automatisch aktivieren, fragt aber vorher zur Sicherheit nochmal nach. Ihr habt also gleich zu Beginn die Option, Cortana zu aktivieren oder zu deaktivieren. Aber auch nach der Ersteinrichtung könnt Ihr Cortana anpassen und selbst entscheiden was sie darf und was nicht. Wenn Ihr in der Desktop-Ansicht links unten neben dem Windows-Icon entweder einen Kreis oder ein Suchfeld seht, dann sollte Cortana seitens des Systems aktiviert und bereit sein. Entweder reagiert die KI dann (je nach Einstellung) entweder auf eingetippte und/oder auf gesprochene Befehle. Möchtet Ihr Cortana im Nachhinein aktivieren oder deaktivieren dann könnt Ihr dies über die Einstellungen tun. Klickt in der Desktop-Ansicht auf das Windows-Icon, dann links auf das Zahnrad und im nächsten Menüpunkt findet Ihr einen Cortana-Eintrag, hinter dem sich alle Anpassungen verstecken. Kleiner Zusatztipp: Wenn Ihr bei Windows 10 mit eurer Microsoft-Adresse angemeldet sein, könnt Ihr Cortana noch zusätzlich personalisieren und perfekt auf eure Wünsche abstimmen.

Muss ich mir um den Datenschutz Sorgen machen?

Nun, in Zeiten, in denen der gläserne Bürger aktueller denn je ist, ist natürlich auch Cortana ein potentielles Risiko für die persönlichen Daten. Immerhin nimmt Cortana Ihre Sprach- oder Texteingaben an, leitet diese an die Microsoft-Server weiter um von dort die Antwort zu erhalten –logischerweise alles in Sekundenschnelle. Was mit den Daten auf den Microsoft-Servern geschieht, wird aber nur das Unternehmen aus Redmond wissen.

Die Frage nach dem Datenschutz stellt sich bei jeder verfügbaren künstlichen Intelligenz.

Fakt ist, dass Microsoft die Daten nicht dafür nutzt, um euch mit personalisierter Werbung zu bespielen – wie ihr in den Datenschutzbestimmungen selbst überprüfen könnt. Eine Datenweitergabe an Dritte ist zudem nicht vorgesehen, eine Garantie ist das aber nicht. Daher muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er vorgehen möchte und ob er immense Vorteile für den Austausch persönlicher Daten möchte. Mit diesem Risiko spielt Ihr allerdings grundsätzlich immer, wenn Ihr digital unterwegs seid.

 

Quellennachweis für das Hauptbild des Blogeintrags: Piotr Swat/Shutterstock.com

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