Game-Streaming ahoi: Blockbuster-Games auf jedem PC!

F. Sinner hat gepostet

Lange Zeit galt: Wer die neusten Spiele in der besten Auflösung und mit allen Details spielen wollte, der musste vorab einen großen Batzen Geld für einen High-End PC mit leistungsfähigem Prozessor, viel Arbeitsspeicher und einer modernen Grafikkarte investieren. Und hatte der Käufer Pech, lief das kurz darauf veröffentlichte Spiel trotzdem schon nicht mehr flüssig – ein Zustand, den vermutlich jeder PC-Gamer zähneknirschend zur Kenntnis nehmen musste. Allerdings gibt es Licht am Ende des Tunnels: Cloud-Gaming Dienste versprechen Abhilfe und erlauben Nutzern ihre Bedürfnisse sozusagen auszulagern – gegen eine Gebühr versteht sich. Wir haben uns diese Dienste mal im Allgemeinen und den Anbieter Shadow ganz besonders angeschaut und zeigen, was euch erwartet.

Das Cloud-Versprechen

Was wäre, wenn ein 300 Euro Notebook die gleiche Performance haben könnte, wie ein 2.500 Euro Desktop-PC? Man stelle sich vor, mit jeder noch so alten Klapperkiste, die neuesten Games zocken zu können. Wäre das nicht fantastisch? Genau dieser Herausforderung stellen sich die Cloud-Gaming Anbieter, wie zum Beispiel das sich noch in der Beta befindliche GeForce Now oder das bereits auf dem Markt erhältliche Shadow. Das Prinzip ist einfach: Statt selbst viel Geld in einen Rechner zu investieren, mietet man sich sozusagen einen Anteil an einem Quasi-PC, der sich in der Wirklichkeit ganz woanders befindet.

Shadow kann man sich als Desktop auf dem Desktop vorstellen. Klingt kompliziert, ist es aber nicht.

Die meisten Anbieter arbeiten hier weniger mit den bekannten Heimanwender-Komponenten wie bspw. einem Intel® Core® i7 oder einer Nvidia GeForce 1080 Ti, sondern setzen auf Server- und Workstation-Komponenten wie die Intel® Xeon Prozessoren oder Nvidia Quadro P5000 Grafikkarten. Deren Leistung liegt meist deutlich über eigentlichen Privatnutzer-Rechnern und erlaubt es so, die Streaming-Last zu bewältigen und dem Kunden in der Theorie exzellente Ergebnisse zu liefern. Theoretisch deshalb, weil eine zweite wichtige Komponente besonders wichtig, aber dazu kommen wir im nächsten Abschnitt.

Top-Internetverbindung ein Muss

Nachdem nun also das Hardware Problem gelöst ist, muss der Nutzer sonst noch irgendetwas beachten? Jawohl! Das magische Wort ist hier die Internetverbindung. Denn ohne ein ideales Signal, hilft auch die überpotente Hardware des Anbieters nicht. Ist ein starkes Internetsignal gegeben (wir empfehlen grundsätzlich eine Verbindung per LAN), steht einem echten WOW-Effekt nichts mehr im Wege. Denn Ihr werdet sehen, wie fabelhaft die Streaming-Technologie in der Realität funktioniert. Auch hier im Office konnten wir auf bspw. dem Primebook P14B oder unserem A13B schon ohne Probleme spielen und das sogar bei einer Full-HD Auflösung sowie hohen Details. In den heimischen Wänden mit einer guten LAN-Verbindung klappen selbst Details auf Ultra problemlos. Während Nividia ganze 50 Mbit/s vorschreibt und erfahrungsgemäß jede Unterschreitung mit einer Reduktion der Bildqualität quittiert, startet bei Shadow die Übertragung schon bei 5 Mbit/s, wobei 20 Mbit/s ein noch besseres Endergebnis versprechen.

Die Streaming-Qualität von Shadow ist von einer nativen Darstellung kaum unterscheidbar - gutes Internet vorausgesetzt. (Bildquelle: Screenshot/Assassin's Creed Odyssey)

Bei wem die Leitung etwas zu knapp bemessen ist, der kann bei Shadow etwa den noch in der Beta befindlichen H.265 Streaming-Modus anschalten und somit die Bandbreite auf Kosten von mehr benötigter Rechenperformance am heimischen PC reduzieren. Ihr habt also gleich mehrere Optionen, eure Streaming-Erfahrung auf die eigenen Bedürfnisse zurecht zu schneidern. Und übrigens: Während beispielsweise GeForce Now rein auf das Gaming ausgelegt ist, kann Shadow sogar noch mehr und gewährt den Zugriff auf eine vollwertige Windows Installation. Nach dem Start des Clients öffnet sich ein eigener Windows-Desktop, der dank der zuvor gemieteten Hardware rechenhungrige Programme wie Photoshop oder InDesign ruckelfrei darstellen und laufen lassen kann.

Und das kostet der Spaß

Am Ende stellt sich aber immer auch noch die Frage, wo die Kosten im Vergleich liegen. Aktuell verlangt Shadow pro Monat mindestens 30 Euro, je nach Laufzeit können die Preise aber auch variieren. Versprochen wird Leistung wie bei einem PC, dessen Kaufpreis aktuell bei ca. 2.500 Euro liegen würde, also ein knapp 84-faches der Monatsgebühr. Ein eigens gekaufter Rechner lohnt sich dann umgerechnet erst bei einer Nutzung über 7 Jahre bei gleichen Komponenten, deren Nutzbarkeit für AAA Spieletitel meist nach 1 ½ bis 2 Jahren nicht mehr gegeben sind.

Die Auswahlmöglichkeiten bei Shadow bieten verschiedene Zahlungsoptionen und sorgen so für finanzielle Flexibilität.

Bei den Cloud-Diensten wiederum steht auch das Versprechen im Raum, die Komponenten automatisch zu updaten, um den neusten Anforderungen gerecht zu werden. Und für eine schnelle Internetleitung zahlt fast jeder heute ohnehin schon. Ihr seht also: Wer viel und gern spielt und wer die neusten Blockbuster-Titel in bester Qualität zocken mag, für den sind Streaming-Anbieter eine echte Option. Ob Gelegenheitsspieler solch eine Option benötigen, sei dahingestellt, aber einen Blick darauf zu werfen, lohnt sich in jedem Fall – vor allem wenn die Technik so gut funktioniert, wie beispielsweise bei Shadow.

Nur die Spitze des Eisbergs

Das Game-Streaming Zeitalter hat gerade erst begonnen, funktioniert dafür aber bereits sehr gut. Während Nvidia mit GeForce Now noch in der Beta-Phase steckt (und daher noch kostenfrei testbar ist) und Shadow ein smartes Komplettpaket anbietet, wird das es dann schon bei bekannten Alternativen recht ruhig. Zumindest noch, denn viele große Unternehmen sind bereits kräftig dabei, neue Streaming-Angebote zu entwickeln. Die bekanntesten Vertreter wären da Google, die derzeit an Project Stream arbeiten oder Microsofts xCloud, das bereits Anfang 2019 in die öffentliche Testphase gehen soll. Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft und sollte alle aktiven Unternehmen im Streaming-Business zu weiteren Bestleistungen anpeitschen. Aber das Schöne ist dabei letztlich: der Gewinner sind am Ende wir, die Endkunden.

< zurück

Einen Kommentar schreiben

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK