Digitaler Content ist die Zukunft – Ist das gut für uns Nutzer?

F. Sinner hat gepostet

Im Medienbereich entfernen wir uns immer mehr von physischen Datenträgern und bewegen uns verstärkt auf eine rein digitale Zukunft zu. Den Trend erkennt man bei Filmen, Serien, Musik und noch verstärkter bei Videospielen. Entweder wird das gewünschte Medium als Lizenz im Netz gekauft oder es wird einer der zahlreichen Streaming-Anbieter zu Rate gezogen, aber immer seltener wird im Laden um die Ecke das Produkt gekauft. Aber wo liegen die Vor- und Nachteile des digitalen Contents? Was unterscheidet sich so stark vom physischen Pendant aus dem Fachhandel?

Der digitale Content: Man hat ihn, aber auch irgendwie nicht

Digitaler Content ist eine besondere Sache für sich, denn einmal gekauft, kann man ihn zwar konsumieren, aber das Gefühl des echten Besitztums will sich nicht breit machen. Es ist offensichtlich, dass etwas „fehlt“, weil man nichts in der Hand hat und in den Schrank stellen kann. Besonders Sammler von Filmen werden sich damit wohl nur selten arrangieren können. Natürlich kann man eine digitale Sammlung aufmachen, aber ein angezeigtes Cover auf einem Bildschirm fühlt sich am Ende des Tages „weniger“ an, als es in der Hand zu spüren. Das Denken ist aber durchaus verständlich, denn der Medienkonsum war Jahrzehnte lang quasi unberührt und wich nur minimal vom Status quo ab.

Schon längst konsumieren wir nicht mehr nur Texte digital, sondern vor allem die Wiedergabe von Unterhaltungsmedien.

Der Wechsel zu digitalem Content bedeutet dadurch eine große Umstellung für viele Menschen – und nicht jeder kann sich damit anfreunden. Nichtsdestotrotz wird sich dieser Prozess nicht aufhalten lassen und während zum Beispiel der physische Heimkinomarkt stetig schwächer wird, gewinnen digitale Anbieter immer mehr an Relevanz.

Welche Vorteile birgt der digitale Content?

Der Vorteil von digitalen Liedern, Filmen oder Videospielen liegt auf der Hand. Plattformen im Netz, die solche Inhalte anbieten sind jederzeit verfügbar und daher kann der Nutzer immer das kaufen, was er gerade möchte. Die Öffnungszeiten des Ladens checken und dann noch hoffen, dass er genau meinen Wunsch vor Ort auf Lager hat? Bei digitalem Content kaum vorstellbar. Das also möchtest du haben? Alles klar, in fünf Minuten kannst du direkt loslegen. So schauts aus! Solch ein Komfort sucht seinesgleichen, spart gleichzeitig Zeit und Nerven.

Ob Streaming per Netflix oder der Kauf von digitalen Filmen bietet diverse Vorteile gegenüber physischen Medien. (Quelle: sitthiphong/Shutterstock.com)

Ein weiterer Vorteil: die Flexibilität. Einmal gekauft, ist der Content nahezu überall verfügbar. Entweder als Download oder online als Abruf. Der Film liegt daheim, man würde ihn aber gerne spontan bei einem Bekannten ansehen? Auf Disc hätte man das planen müssen, bei digitalem Content geht das auch ultraspontan. Zudem ist es praktisch, den Content ebenso geräteübergreifend zu nutzen. Bei Discs benötigte man immer dedizierte Geräte mit Laufwerken, digitale Medien sind aber gleichermaßen ideal auf Notebooks, Smartphones und Tablet-PCs. Außerdem macht digitaler Content erst Streaming-Anbieter wie Spotify oder Netflix möglich – ein wichtiger Aspekt, der bei der rasant wachsenden Beliebtheit von Streaming-Plattformen nicht zu vernachlässigen ist, denn in vielen Haushalten wird Streaming mittlerweile überaus gerne genutzt.

Und mit welchen Nachteilen muss ich rechnen?

Trotz all der Vorteile, ist nicht alles Gold was glänzt. Digitaler Content bringt auch mehrere Nachteile mit sich, die Nutzer mal mehr, mal weniger dramatisch empfinden können. Beginnen wir mit den Preisen, die aktuell noch oft über denen von physischen Medien liegen – das ist insofern verwunderlich, da digitale Medien eigentlich aus diversen Gründen günstiger sein sollten (keine Verpackungen, kein Zwischenhändler). Zwar gibt es immer öfter spezielle Angebot, aber im Normalfall legt man bei der digitalen Kaufvariante drauf. Hinzu gesellt sich die nicht vorhandene physische Version, die einem niemand mehr wegnehmen kann.

Digitaler Content bietet auch negative Aspekte, die manchmal mehr und manchmal weniger ins Gewicht fallen können.

Und obwohl sich eine gekaufte digitale Version zwar im Besitz des Käufers befindet, ist Besitz nicht unbedingt Besitz. Vor allem wenn folgendes Worst-Case-Szenario geschieht: Die Plattform, auf der all die Filme oder Musik gekauft wurde, macht aus finanziellen Gründen dicht. Der logische Effekt: Die dort gekauften Lizenzen (denn eigentlich kauft man online nur eine Lizenz und nicht per se das Produkt) sind dann weg. Also wirklich weg, genauso wie das dafür ausgegebene Geld. Rückerstattung? Fehlanzeige! Wobei man der Vollständigkeit halber sagen muss, dass man beispielsweise bei Google oder Amazon dann doch ziemlich sicher unterwegs. Weiteres Problem: Die Qualität ist zwar immer sehr gut, aber nie ganz auf dem Niveau der Disc-Version. Vor allem bei Filmen gibt es durchaus einen Qualitätsunterschied, der zwar nicht von normalen Zuschauern erkannt wird, von echten Cineasten mit dem entsprechend teuren Equipment aber in jedem Fall.

Ist das nun alles gut für den Nutzer oder nicht?

Nun, wie bei vielen Artikeln ist ein abschließendes Fazit immer schwierig, da jeder eine andere Sicht der Dinge hat. Mag man lieber Komfort und Flexibilität? Dann ist digitaler Content sicherlich das absolut richtige. Wer aber lieber auf die Kombination der allerbesten Qualität, billigere Preise und einhundert-prozentige Sicherheit baut, der sollte nach wie vor auf ein physisches Format setzen. Oder man gehört zur dritten Gattung und hat überhaupt kein Interesse am Kauf sowie dem Besitz von Medien, denn dann ist nach wie vor einer der zahlreichen Streaming-Anbieter die beste verfügbare Möglichkeit. Am Ende ist aber wichtig, dass der Endnutzer die Wahl hat, was er wirklich möchte – und genau das ist hier glücklicherweise der Fall.

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