Die Wissenschaft der Netzwerkkabel – Was bedeutet Cat 5, 6, 7 und 8?

F. Sinner hat gepostet

Eine Internetverbindung per WLAN ist für viele Menschen aufgrund der starken Performance-Einbußen keine Option. Stattdessen schwört eine Vielzahl von Computer-Nutzern auf die gute, alte Kabelanbindung mit Hilfe von LAN-Kabeln. Der Vorteil liegt auf der Hand: Der Datenverlust ist gering, da die Netzwerkgeschwindigkeit nur minimal beschnitten wird. Kein Vergleich zu den massiven Datenverlusten des WLANs, vor allem wenn sich Wände und/oder Decken dazwischen befinden. Doch mit der zusehenden technischen Entwicklung wird auch der Kauf eines Netzwerkkabels immer komplizierter. Ein normales Kabel kaufen ist nicht mehr ganz so simpel, denn ein Besuch im Elektrofachhandel macht eines direkt klar: Was ist denn überhaupt der Unterschied zwischen den Kabelbezeichnungen Kat 5, 6, 7 oder 8?

Was genau bedeutet die Bezeichnung „Cat“?

Gleich vorweg: Cat hat nichts mit Katzen zu tun (der war echt schlecht, ich weiß). Tatsächlich ist Cat die Abkürzung für den englischen Begriff category, also auf Deutsch Kategorie. Die Zahlen hinter der Abkürzung beschreiben die diversen Leistungsklassen der Netzwerkkabel.

Der Netzwerkkabelsalat wirkt auf den ersten Blick kompliziert - so schwer ist es aber nicht.

Dabei gilt die sich leicht zu merkende Faustregel der höheren Zahl – ein Kabel mit Cat 8 hat eine schnellere Datenübertragungsrate als ein Kabel mit der Cat 7 Bezeichnung. Und obwohl die Geschwindigkeit der Hauptkaufgrund für viele ist, so spielt auch eine weitaus bessere Abschirmung der Kabel eine wesentliche Rolle bei der Performance-Messung.

Der übliche Standard: Cat 5

Nutzt man im Jahre 2019 ein Netzwerkkabel, so ist dies vermutlich nach wie vor ein normales Cat 5 Kabel. Sie sind derzeit noch überall erhältlich und decken nahezu alle privaten Anwendungsfälle ab. Von daher ist Cat 5 nach wie vor keine schlechte Wahl. Allerdings solltet Ihr aufpassen: Wenn das Cat 5 Kabel acht verbaute Kontakte im Steckerkopf vorweisen kann, dann ist eine Übertragung im Gigabyte-Bereich (1000 Mbit/s) möglich. Kann das Kabel allerdings keine acht Kontakte präsentieren, dann handelt es sich um ein unspektakuläres und wesentlich schwächeres Kabel, welches nur eine maximale Bandbreite von 100 Mbit/s überliefern kann. Beides Cat 5 Typ und dennoch gibt es massive Unterschiede beim finalen Output. Vorsicht ist also geboten!

Der modernere Nachfolger: Cat 6

Ein LAN-Kabel der Cat 6 Kategorie wird oft im professionellen IT-Bereich genutzt, findet aber zusehends Zuspruch im privaten Bereich. Der Cat 6 Standard zeichnet sich durch eine erheblich schnellere Übertragungsgeschwindigkeit gegenüber Cat 5 aus und unterstützt den Gigabit-Bereich. Zudem kann eine Betriebsfrequenz von bis zu 250 MHz erreicht werden (Cat 5 erreicht nur 100 MHz). Neben der Geschwindigkeit sind Cat 6 Kabel im Regelfall wesentlich besser abgeschirmt und lassen so weniger Neben- bzw. Störgeräusche zu, die die Performance negativ beeinflussen können. Übrigens: Es gibt auch einen speziellen Cat 6a Standard, der Frequenzen von bis zu 500 MHz zulässt und daher eine Übertragung von bis zu 10 Gbit/s zulässt.

Die Premium-Variante für daheim: Cat 7

Besser als der Cat 7 Standard geht es zu Hause eigentlich kaum. Kabel mit Cat 7 Klassifizierung sind nicht nur besonders schnell (10 Gbit/s), sondern gleichzeitig auch exzellent abgeschirmt. Zudem können die Kabel eine Frequenz von bis zu 600 MHz erreichen – ein Kabel der Cat 7a Kategorie erreicht sogar Spitzenwerte von bis zu 1000 MHz (und unterstützt daher eine noch höhere Datenübertragungsrate).

Ab der Cat 7 Kategorie fängt es an, doch sehr stark professionell zu werden. Und über Cat 8 braucht man im Privathaushalt eigentlich überhaupt nicht reden.

Vor allem aber sind Cat 7 Kabel speziell aufgebaut, da es eigentlich kein einziges Kabel ist, sondern in Wirklichkeit vier separate Kabelstränge mit einer doppelten Beschichtung. Das sorgt für eine doppelte Abschirmung und dadurch weniger Störgeräusche. Wer keinerlei Speed verlieren möchte, der fährt hiermit theoretisch am effektivsten.

Die Business-Variante: Cat 8

Ein Kabel mit Cat 8 Spezifikation ist im privaten Bereich eigentlich nicht vorzufinden und wird von uns daher auch nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Solche Kabel sind oft nur im in äußerst professionellen Bereichen vorzufinden (Server z.B.) und für den eigenen Haushalt aufgrund des Preises uninteressant. Zwar können Cat 8 Kabel nicht über weite Distanzen verlegt werden, erreichen aber dennoch beeindruckende Betriebsfrequenzen, die mehr als doppelt so hoch sind, als die eines Cat 7 Kabels. Doch selbst wenn der Preis keine Rolle spielen sollte, haben Privathaushalte in neun von zehn Situationen überhaupt nicht die passende Internetanbindung, um die Vorteile eines Cat 8 Kabels ausnutzen zu können.

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