Die definitiv ernste Review des brandaktuellen (nicht!) i.Beat Cube

F. Sinner hat gepostet

Vor uns liegt sie also, die schwarz-orangene Verpackung. Und darin: Unser Objekt der Begierde, der i.Beat Cube von TrekStor. Ein MP3-Player aus dem Bilderbuch, mit markanter Form, toller Technik und einem auffälligen Design. Und natürlich kann er auch Musik abspielen – in sehr guter Qualität sogar. Also da sind wir nun und wir können es kaum erwarten, dieses Prachtexemplar auszupacken und endlich…halt, warte, STOP! Vielleicht habt ihr uns bereits ertappt. MP3-Player? Was Besonderes im Jahre 2018? Sonst alles gut? Wir können versichern: Ja, uns geht es gut. Wir haben uns gedacht, wir reisen ein wenig zurück in die Vergangenheit (2005 um genau zu sein) und schauen uns eines unserer älteren Produkte genauer an und vergleichen dieses mit dem heutigen Technikstandard. Aber Achtung: Der Artikel sollte vielleicht nicht unbedingt immer ernst genommen werden.

Technik, zum mit der Zunge schnalzen

Wir holen also das Gerät raus – Klebestreifen entfernen, aufklappen und das Gerät aus der Verpackung schieben. Da ist es! 22,4 Gramm geballte Power in einer kompakten Maß von 22 x 53 x 22 mm sowie verpackt in einem stylischen Aluminiumrahmen. Und dann…und dann erst der Bildschirm: 1 Zoll pures Wide-Screen Entertainment mit – und jetzt kommts! − sieben verschiedenen Hintergrundbeleuchtungen. Wenn das mal den Sitznachbarn nicht neidisch zur Seite blicken lässt.

Hier ist das schöne Stück. Und? Kaufreflex da? Verstehen wir absolut!

Und die Auflösung ist sogar so ausgefeilt, dass die Buchstaben und Zahlen auf dem Bildschirm ähnlich wie Full-HD wirken. Also naja, bei einer Auflösung von 128 x 64 Pixel zumindest fast. Und nur fürs Protokoll: Griffiger Ein-/Ausschalter, punktgenaue Lautstärkeregulierung und eine ultrasmarte mechanische Tastensperre? Logisch, alles mit an Bord. Was habt Ihr denn gedacht?

Wiedersehen mit einem alten Bekannten

Doch in der Verpackung lauert neben Kabeln, Anleitung und MP3-Player noch etwas anderes. Wir tasten uns vorsichtig vor, neugierig und furchtlos wie wir in der Redaktion eben sind, und finden den letzten Teil des Packungsinhalts. Eine waschechte CD-ROM. Was, die gibt’s noch? Ne, nicht wirklich. Müssen wir einfach ausblenden. Aber erst der Reihe nach: Auf dem Beilagen-Zettel steht in feinen Lettern als Überschrift geschrieben: Minimale Systemvoraussetzungen. Und wir so: Oh Oh!
Aber schaut am besten selbst:

  • Microsoft Windows 98/ME/2000/XP/ oder höher
  • CD-ROM Laufwerk
  • Pentium 133MHz oder höher
  • USB-Anschluss 2.0 „Highspeed“ (ja, das hieß wirklich so)

Windows XP? Hatten wir irgendwann schonmal gehört. Eigene Software auf dem Rechner gecheckt und das Ergebnis: Windows 10. Verdammt! CD-ROM Laufwerk? Desktop-Rechner – Volle Punktzahl! Erleichtert stellen wir zudem fest, dass unser Prozessor aus dem Jahre 2018 auch gerade so die erforderlichen 133 MHz erreicht und wir – Gott sei Dank! – auch einen eingebauten USB-Anschluss haben. Und einen Rechner mit Windows 98/XP werden wir auch noch irgendwo rumliegen haben. Lest Ihr mal weiter, wir gehen derweil suchen…

 

Software aus der Zukunft

Besonders beeindruckt hat uns die Firmware, die manuell zu updaten geht. Automatische Updates wie auf dem Smartphone? Pah, neumodischer Nonsens! Wir mussten dennoch zu aller erst mal schauen, wie die manuellen Updates überhaupt funktionieren. Also Handbuch aufgeschlagen und uns erleuchten lassen. Die Sache schaut so aus: Die aktuellste Firmware in der TrekStor-Datenbank suchen, herunterladen und auf dem Rechner bunkern. MP3-Player per Kabel an den Computer anschließen, Software starten und dann per Befehl die Firmware installieren. Das nennen wir echten Bedienkomfort (okay, nicht wirklich). Aber immerhin: Auch wenn der Aufwand höher ist, klappt alles wie am Schnürchen und das Gerät ist auf dem neuesten (*hüstel*) Stand.

Und ja, es lebt

Im nächsten Schritt schieben wir per Software unsere letzten Mp3-Überbleibsel auf den Player und sind nun endlich startklar, um ans Eingemachte zu gehen. Jetzt fehlt nur noch die Batterie für den i.Beat Cube. Denn ein Akku ist schwer und den braucht auch wirklich niemand. Also Batterie ab in den Schacht und das Gerät eingeschaltet. Angenehme Überraschung: Kein unnötiges Hochfahren, kein Ladescreen – es geht direkt los. Und schon lächelt uns der famose 1 Zoll LCD-Screen an und lädt zum Ausprobieren ein. Equalizer, Liedwiederholung, zufällige Wiedergabe, Diktiergerät, Ordnerstruktur und Radio sind mit an Bord. Beeindruckend, oder? Und dabei spielt das Gerät Dateien im MPEG-, WMA-, OGG-, und WAV-Format bei einer Bitrate von 32 Kb/s bis zu sagenhaften 160 Kb/s ab. Zugegeben, das lockt heute keinen mehr hinter dem Ofen hervor, aber damals war das auf der Höhe der Technik und macht selbst heute noch musikalisch eine gute Figur. Kernaufgabe erfüllt? Check!

Wichtige Kaufinformationen

Nach dem Lesen des Textes sind vermutlich einige Leser Feuer und Flamme und möchten den i.Beat Cube unbedingt kaufen. Bei den näher beleuchteten Fakten wäre das Gefühl nur selbstverständlich – und keine Sorge, Ihr habt kein Fieber. Nun, wir müssen allerdings traurigerweise verkünden, dass wir den i.Beat Cube nicht mehr anbieten und können daher auch keine Tipps zum Kauf geben. Aber hey, immerhin hat es Spaß gemacht, den Artikel zu schreiben. Wir hoffen, der kleine (und absolut seriöse) Exkurs in die Vergangenheit hat euch zumindest ein bisschen aufgeklärt und lässt nun die Ebay-Suchen nach dem guten Stück explosiv in die Höhe schnellen.

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