Der richtige Screen macht´s – Bildschirmtechnologien im Detail

F. Sinner hat gepostet

Der Bildschirm ist der offensichtlich wichtigste Bestandteil eines Geräts, denn dieser stellt die gewünschten Inhalte in der hoffentlich besten Qualität dar. Sicherlich, die passenden Spezifikationen wie Prozessor, Arbeitsspeicher und Grafikkarte spielen auch eine wichtige Rolle bei der Zusammensetzung eines Computers, aber der Screen ist nach wie vor das Herzstück. Lebensechte Farben, hohe Kontraste, und feine Detaildarstellungen möchte jeder haben – und für die optimale Darstellung braucht es die richtige Technologie. Deswegen haben wir alle Optionen näher aufgeschlüsselt und geben euch einen Überblick aller relevanten Themen.

Massiv war gestern

Fette Röhrenbildschirme unter denen der Bürotisch fast zusammenkracht, kennen bestimmt noch viele unter uns und erinnern sich im Jahre 2018 nur ungern zurück an die vergangenen Zeiten.

Wir erinnern uns noch mit Grusel an die Vergangenheit: Der gute alte Röhrenbildschirm.

Die neuen Flachbildschirme sehen nicht nur besser aus, sondern sind zudem wesentlich kompakter, leichter und eine ganze Länge ästhetischer, als ihre riesigen Vorgänger. Allerdings muss erwähnt werden, dass Flachbildschirm nicht gleich Flachbildschirm ist. Die Technologie, die da unter der schicken Haube steckt, ist weitaus wichtiger, als es vielleicht für viele den ersten Anschein macht.

Der bewährte Klassiker: LCD

Ein LCD-Screen (= Liquid crystal display) ist ein sogenannter Flüssigkristallbildschirm, der Farben bedeutend besser darstellen kann, als ein simples Röhrendisplay. Ein LCD besteht aus mehreren Segmenten, die mit Leuchtdioden bestückt sind. Elektrische Spannung aktiviert diese und steuert die Beleuchtungsdioden dann so, wie es das dargestellte Bild vorgibt.  Einfach ausgedrückt: Der Bildschirm bestimmt, welche Dioden zu welchem Zeitpunkt aktiviert werden. Diese strahlen Beleuchtung aus, die dann am Ende das Bild anzeigt. Dabei ist die LCD-Technologie die bewährteste Darstellungsmethode, weil diese schon lange im Gebrauch ist und keine wirklichen Schwächen zu bieten hat – ein echter Allrounder eben.

Die moderne Brillanz: LED

Die nächste Stufe in der Screen-Evolution ist die LED-Technologie (= Light emitting diode). Dabei vermuten aber die wenigsten, dass ein LED-Bildschirm auch gleichzeitig ein LCD-Display ist – nur moderner und damit noch brillanter in der Bilddarstellung. Möglich macht diese eine Steigerung der verbauten Dioden-Anzahl, die nun noch genauer angesteuert werden können und damit eine höhere Detaildichte sowie ein schärferes Bild garantieren.

Nein, das ist kein Bildfehler, sondern die Innenseite eines LED-Bildschirms. Dort sind die vielen Dioden gut zu erkennen, die am Ende das Bild anzeigen.

Mittlerweile unterstützen viele Geräte einen LED-Screen und die Preise sind in den letzten Jahren stark gesunken, so dass die Technik mittlerweile bereits in vielen Wohnzimmern oder Büros steht.

Schärfer als die Realität: OLED/QLED

Die derzeit angesagteste Display-Technik ist OLED (= Organic light emitting diode) oder das Konkurrenzprodukt QLED (= Quantic light emitting diode). Beide Technologien sind noch relativ frisch auf dem Markt und daher relativ teuer – obwohl die Preise schon erste Sinkflug-Anzeichen vorweisen. OLED-Bildschirme benötigen keine wirkliche Hintergrundbeleuchtung, da jeder Bildpunkt aus zwei Elektroden besteht, die hell aufleuchten können. Das führt zu einer wesentlich dünneren Geräte-Bauart, als es zum Beispiel noch bei LCD- oder LED-Monitoren möglich war. Außerdem entsteht dadurch ein messerscharfer Kontrast sowie Schwarzwerte, die das gräulich-schwarz der Vorgängertechniken weit hinter sich lassen. Ein QLED-Bildschirm arbeitet etwas anders mit Quantum-Dots. Diese bestehen aus winzigen Kristallen, die das Licht aufnehmen und anschließend wieder abgeben. Der Vorteil liegt hier bei Bildern, die noch lebensechter wirken, als bei OLED-Screens. Außerdem sind das Kontrastverhältnis, die Schwarzwerte sowie die Maximalhelligkeit nochmals ein stückweit besser.

Die Zukunft: Rollbare Displays

Schon seit Jahren werkeln die großen Hersteller an Screens, die nicht mehr ganz den üblichen Normen entsprechen und frischen Wind in den Bildschirmmarkt bringen sollen. Die Rede ist hier von rollbaren OLED-Displays, die nicht nur mit echtem WOW-Effekt punkten, sondern vor allem praktische Vorteile an Tag legen. Bisher gibt es bereits schon kleine rollbare Bildschirme, die sich allerdings im exorbitant hohen Preisbereich finden und daher weniger alltagstagstauglich sind. Doch der südkoreanische Tech-Gigant LG arbeitet an der Herstellung von beispielsweise einem 65 Zoll großen Bildschirm, der sich je nach Nutzungswunsch aus der Wand herausfahren lässt. Nachrichten werden so im schmalen 16:2-Format dargestellt, während sich der Screen für Hollywood-Kracher weiter heraus und ein 21:9-Fullscreen-Kinoformat präsentiert. Auch Samsung steckt viel Forschungsgeld in revolutionäre Displays und arbeitet derzeit an einem 5,7 Zoll großen OLED-Screen der zusammenrollbar oder faltbar sein soll – passend für die neue Generation von Super-Smartphones.

Was bedeutet bei Bildschirmen die IPS, TN oder VA Bezeichnung?

LCD- oder LED-Bildschirme können in verschiedenen Arten hergestellt werden und damit unterschiedliche Vor- und Nachteile bieten. Die drei wichtigsten Panel-Arten sind IPS, TN oder VA. Nahezu jeder verfügbare Bildschirm arbeitet mit einer der drei Technologien.

TN-Panel

Auf TN-Panels trifft man besonders häufig, da diese in der Herstellung nicht sonderlich teuer sind und daher von vielen Herstellern bevorzugt werden. TN-Panels zeichnen sich durch keinen großen Energiehunger sowie schnellen Reaktionszeiten aus – und sind daher besonders für Gamer durchaus interessant. Dem Gegenüber stehen allerdings Nachteile bei der Farbdarstellung, Blickwinkelstabilität und schwachen Kontrasten.

IPS-Panel

Mit der IPS-Technologie fährt man gut, wenn lebensechte Farben und hohe Blickwinkelstabilität gefordert werden. Zudem ist die Helligkeit äußerst hoch und bietet daher das beste Komplettpaket, wenn man Bilder bearbeiten möchte oder viel Streaming auf dem Gerät betreibt. IPS-Panels brauchen allerdings ein klein wenig mehr Strom und haben – im Vergleich zur TN-Technik – eine höhere Reaktionszeit (nur für Gamer wichtig, im normalen Leben nicht zu bemerken). Speziell hier trifft man des Öfteren auch auf schicke Screens, die mit dem Optical Bonding Prozess hergestellt wurde (Mehr Infos dazu gibt es später im Text).

VA-Panel

Ein VA-Panel bietet von allen drei Technologien die mit Abstand besten Schwarz- und Kontrastwerte. Wer also gerne Filme sieht, die zudem noch viel im Dunklen spielen, der könnte sich für ein VA-Panel durchaus begeistern. Allerdings unterliegen der Technik auch mehrere negative Aspekte, wie die hohe Reaktionszeit, die niedrige Blickwinkelstabilität, der recht hohe Stromverbrauch sowie eine weniger lebensechte Farbdarstellung.

Was ist eigentlich Optical Bonding?

Habt Ihr davon schon einmal gehört? Nein? Nicht schlimm, muss man auch nicht – das Marketing der Hersteller interessiert sich dafür auch nur halbherzig. Allerdings erkennt man Optical Bonding eigentlich direkt, wenn man es sieht und das ist absolut positiv gemeint. Optical Bonding ist ein Fertigungsprozess für Bildschirme, der die Darstellung nochmals perfektioniert. Möglich macht dies ein Glas, das direkt am Display befestigt wird. Nun existiert kein Platz zwischen Glass und Screen, in dem zum Beispiel eine sichtunfreundliche Kondensation entstehen könnte. Zudem wirkt alles nochmals plastischer und tiefer, alles wirkt direkter und weniger „weit entfernt“. Wer wissen möchte, was wir meinen, der muss nur einen kurzen Blick auf den Bildschirm des Samsung Galaxy S9 werfen – danach sollten sich weitere Nachfragen erübrigen. Eine ganz spannende Technik, die (noch) unter dem Radar fliegt, aber zukünftig sicherlich öfters anzutreffen sein wird.

Aber Achtung: Die Auflösung ist König

Ihr müsst aber bei all den Beschreibungen vorsichtig sein, da ein LCD-, LED- oder OLED-Screen noch allein kein gutes Bild macht. Der Quellen-Output entscheidet, wie gut das dargestellte Bild tatsächlich ist und ob die potentielle Technik des Displays auch wirklich ausgenutzt wird.

Hier sieht man ideal das Spektrum, welches eine höhere Auflösung ausmacht. Vor allem größere Bildschirme oder Fernseher profitieren davon immens.

Dabei muss man zwischen der HD-Auflösung (720p = 1280 x 720 Pixel) von digitalen öffentlich-rechtlichen Fernsehprogrammen, der Full HD-Auflösung (1080p = 1920 x 1080 Pixel) von Blu-Rays oder der hochaktuellen UHD-Auflösung (4K = 3840 x 2160 Pixel) unterscheiden. Logischerweise wird das Bild massiv besser, wenn man zur Darstellung von möglichst hochaufgelösten Inhalten greift.

Oft gestellte Frage: Warum ist nicht jeder Bildschirm matt?

Viele Nutzer bevorzugen matte Bildschirme, da diese nahezu keine Spiegelungen zulassen und die Bedienung angenehmer gestalten. Daher treffen wir auf viele Fragen, warum denn nicht einfach jeder Screen eine matte Oberfläche aufweisen kann. Warum setzen immer noch viele Hersteller auf verglaste „Spiegeloberflächen“? Die Antwort kann man recht kurzhalten: Weil sie das weitaus hochklassigere Bild darstellen können. Matte Bildschirme mit Antireflexionsbeschichtung sorgen in vielen Momenten für Nachteile im Bezug auf Kontrastwerte und Farbdarstellung. Glänzende Bildschirmoberflächen überzeugen bei diesen Punkten aber erst recht und sind daher optimal für Grafiker, Filmfans oder Zocker die vor allem in den eigenen vier Wänden das Gerät nutzen und dort die Kontrolle über die vorhandenen Lichtverhältnisse haben.

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