Bezahlt vs. Kostenlos: Welcher Virenscanner macht Sinn?

F. Sinner hat gepostet

Mit dem Thema Virenscanner sollte man sich grundsätzlich beschäftigen, wenn man mit dem Computer online surfen möchte – also betrifft das Thema theoretisch so ziemlich jeden. Doch dann geht das große Rätselraten los, da es so viele verschiedene Anbieter gibt. Und vor allem: Manche Software kostet Geld, manche nicht. Doch welche Option ist die Beste? Muss ich unbedingt Geld ausgeben, um meinen Computer effektiv vor gefährlichen Viren zu schützen? Das wollen wir im folgenden Artikel klären und einen Einblick in die vielschichtige Welt der Virenscanner geben.

Sind kostenlose Virenscanner gut?

Ja, sind sie. Um das Thema recht zügig gleich zu Beginn zu beantworten. Kostenfreie Virenscanner schneiden in der Kernaufgabe, dem Schutz vor Viren, nicht wirklich schlechter ab, als die Bezahlversionen und sind daher definitiv eine Option für Menschen, die für den Computerschutz kein Geld ausgeben möchten. Seit geraumer Zeit bieten die großen Virenschutzfirmen auch eine kostenfreie Version ihrer Scanner-Pakete an, die den Basisschutz gratis bieten. Es kann sich also durchaus lohnen, die einzelnen Free-Versionen mit einander zu vergleichen und die umfangreichste Version zu installieren.

Virenscanner verhindern solch einen Anblick im Regelfall - Garantien gibt es aber nie.

Einen Virenschutz haben Windows-Rechner schon von Anfang an

Wer einen Windows-Computer das erste Mal hochfährt, der wird recht bald vom vorinstallierten Windows Defender in Form eines Pop-Ups begrüßt. Der Windows Defender agiert als normaler Virenscanner mit zusätzlichem Firewall-Schutz und macht eigentlich die Installation einer weiteren Software überflüssig. Aufgrund des eher durchwachsenen Rufs des Windows Defenders nutzen trotzdem viele Menschen die Option und tauschen diesen gegen einen Virenscanner Ihrer Wahl aus. Den schlechten Ruf hat Microsofts Viren-Software mittlerweile aber schon längst nicht mehr verdient und schneidet in den letzten Tests wesentlich verlässlicher und besser ab, als vermutet. Mittlerweile ist das Programm gar so gut, dass es überhaupt nicht mehr nötig ist, einen Umweg über Option B zu gehen.

Und für was benötige ich dann einen bezahlten Virenscanner?

Kostenfreie Virenscanner sind zwar gut, aber in ihrer Funktion äußerst spartanisch aufgebaut. Sie schützen vor Viren; nicht mehr und nicht weniger. Das mag für manche Leute schon genügen, andere sehnen sich da aber nach einem erhöhten Schutz. Und genau hier kommen die bezahlten Virenscanner ins Spiel, die mit weitaus mehr Sicherheitsoptionen punkten können.

Kaspersky ist nach wie vor der beliebteste (Bezahl)-Virenschutz für PC und Smartphone (Quelle: Piotr Swat/Shutterstock.com)

Da wären beispielsweise VPN-Funktionen, Identitätsschutz, Passwortschutz, spezielle Browservorkehrungen für das Online-Banking oder E-Mail Kontrollen mit inklusive. Also das absolute Komplettpaket für alle Aktivitäten rund um den Computer, denn mehr geht nicht. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es natürlich auch hier nicht, aber laut diversen Tests können den guten Programmen eine Sicherheitsquote von bis zu 98 Prozent zugesprochen werden – ein ordentliches Ergebnis.

Das Dilemma mit dem Mac

Wer keinen Windows-Rechner, sondern einen Mac von Apple nutzt, der hatte jahrelang eine weitaus geringere Chance, sich einen Virus im Netz einzufangen. Die Zeiten sind längst vorbei und auch Mac-Nutzer laufen regelmäßig Gefahr, sich einen betrügerischen Fiesling einzufangen – auch wenn sich das Gerücht nach wie vor hält, Macs wären „out-of-the-box“ sicher. Das Problem aber ist: getestete Virenscanner für Macs schneiden bei vielen Kontrollen nur befriedigend ab. Selbst bezahlte Virenscanner reichen nicht an die Sicherheit heran, die vergleichbare Programme auf Microsofts Betriebssystem liefern. Eine ideale Lösung gibt es derzeit nicht, aber dennoch lohnt natürlich auch hier ein Virenscanner, um möglichst viel Schadsoftware herauszufischen. Eigentlich eine Ironie, wenn man bedenkt, wie umgekehrt die Rollenverteilung der Sicherheit zuvor aufgeteilt gewesen ist.

Am Mac scheiden sich im Bezug auf Virenschutz die Geister, unverwundbar ist man dort aber nicht (Quelle: SGM/Shutterstock.com)

Das Fazit

Wer nun eine kostenfreie oder eine bezahlte Virensoftware benötigt, ist schwer zu beantworten. Grundsätzlich ist ein bezahlter Virenscanner uneingeschränkt empfehlenswert und mit ungefähr 30 Euro pro Jahr auch nicht sonderlich teuer. Ein kostenfreier Virenscanner schützt zwar den Rechner an sich, die Mails oder das Online-Banking sind theoretisch aber weiterhin in Gefahr. Hier muss jeder für sich wissen, wie wichtig die eigenen Daten und Informationen sind, die von Kriminellen bei suboptimalen Schutz ergaunert werden könnten.  Anders verhält sich bei einem Mac, aber hier handelt es sich auch um eine Glaubensfrage. Wer nach wie vor noch überzeugt ist, sein Mac wäre ohnehin sicher, der benötigt laut eigenem Ermessen keine Software. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden, wie das richtige Handeln aussieht. Wer sich allerdings das erste Mal einen richtig bösen Virus auf dem Rechner einfängt, der würde sich sicherlich wünschen, zuvor einen richtig guten Scanner installiert gehabt zu haben – doch dann ist es längst zu spät.

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