Streaming im Urlaub – Klappt das so einfach?

F. Sinner hat gepostet

Das Streamen von Entertainment in den eigenen vier Wänden ist nicht erst seit kurzem äußerst populär. Dabei steigern sich die Nutzungsstunden des Streamings von Jahr zu Jahr und nicht viele Menschen bevorzugen mittlerweile Video-on-Demand Systeme gegenüber dem starren TV-Programm. Aber was passiert, wenn es ab in den Urlaub geht? Muss dann das teure Abo ungenutzt weiterbezahlt werden (oder in weiser Voraussicht vorher gekündigt) werden? Kann ich am Strand, im Zelt oder im Hotel nicht meine Lieblingsserie schauen? Die Lage ist undurchsichtig und vor allem aufgrund der erst kürzlich vorgenommenen Gesetzesänderungen für viele nicht ganz klar. Wir wollen euch erzählen, ob und wie Ihr im Urlaub Multimedia streamen könnt und welche etwaigen Kosten auf euch zukommen.

Die passende Technik wird benötigt

Obwohl viele Streaming-Anbieter den Download für die Offline-Nutzung anbieten, nutzen nach wie vor viele Menschen tatsächlich die Streaming-Option. Die Frage stellt sich im Urlaub natürlich, wie das Internet zum Laufen gebracht werden soll. Viele Hotels bieten mittlerweile kostenfreies WLAN an, welches allerdings nicht besonders performant funktioniert. Hochaufgelöste Inhalte lassen sich damit nur wenig optimal abspielen. Ein reines WLAN-Gerät ist daher nicht unbedingt die beste Variante. Wesentlich effektiver ist da ein Gerät, das Zugriff auf das schnelle Mobilfunknetz hat und so schneller die gewünschten Inhalte abspielen kann. Ein Tablet oder Smartphone mit LTE-Unterstützung sind in einer solchen Situation sicherlich am optimalsten, da Sie Portabilität mit Entertainment ideal verbinden.

Die Sache mit dem mobilen Internet im Ausland

Jetzt werden sich viele vermutlich fragen, wie das mit der LTE-Verbindung im Ausland funktionieren soll, wenn die Nutzung im Ausland so unfassbar viel Geld kostet. Nun, wer es nicht weiß: Das war einmal – zumindest im Bezug auf das EU-Ausland. Seit dem 15. Juni 2017 gilt der in Deutschland gemachte Vertrag auch in Ländern der Europäischen Union. In der Schweiz, der Türkei oder in manchen Balkanländern gelten die Regeln allerdings nicht, also gilt es aufzupassen und das Urlaubsziel vorher nochmal zur Sicherheit zu überprüfen!

Zudem können selbst Menschen mit älteren Verträgen nach der Urlaubsrückkehr böse überrascht werden: Ältere Verträge haben unter gewissen Umständen noch angestaubte Roaming-Optionen integriert, die trotz der neuen EU-Regelungen Geld kosten könnten. Deshalb empfehlen wir, diese Option zu kündigen und den alten Vertrag an die neuen Richtlinien anpassen zu lassen – der zuständige Mobilfunkanbieter wäre hier für Rückfragen der korrekte Ansprechpartner. Wer darauf achtet, der kann zum Beispiel in Frankreich, Spanien oder Portugal ganz unbekümmert surfen. Ganz wie daheim in Deutschland.

Und dann sollte man das Geoblocking natürlich nicht vergessen

Das Mobilfunknetz für das Streaming im Urlaub wie in Deutschland nutzen zu können, ist natürlich eine tolle Sache, wurde aber bisher oft von Streaming-Anbietern unterbunden. Dann bekamen Nutzer im Ausland häufig eine „Dieses Video ist in diesem Land leider nicht verfügbar“-Nachricht (Geoblocking genannt), die eine normale Nutzung nicht zuließen. Unter diesen Anbietern befanden sich Schwergewichte wie Netflix, Amazon oder Sky – also ein großer Teil des verfügbaren Streaming-Angebots.

Glücklicherweise gibt es auch an dieser Front Änderungen zu berichten: Seit dem 1. April 2018 ist es Streaming-Diensten untersagt, innerhalb der Europäischen Union den eigenen Kunden den Zugang zu verwehren. Diese neue Gesetzgebung bezieht sich aber nur auf „vorübergehende Aufenthalte“. Nach wie vor ist nicht genau präzisiert, welcher Zeitraum damit gemeint ist. Als sicher gilt allerdings, dass ein zwei- oder dreiwöchiger Urlaub definitiv unter diese Regelung fällt und es damit bei den meisten Urlaubern zu keinen Komplikationen führen sollte.

Keine Änderungen für Urlaube außerhalb der EU

Wer jetzt gehofft hat, es würde auch vorteilhafte Änderungen für Urlaube außerhalb der Europäischen Union geben wird, der wird leider in die Röhre schauen. All die genannten neue EU-Richtlinien beziehen sich tatsächlich nur auf das reine EU-Gebiet und nicht darüber hinaus. Aspekte wie Roaming oder Geoblocking wird euch dort also weiterhin begleiten und die Fußball Bundesliga am mexikanischen Strand nach wie vor unmöglich machen.

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